Rettungswache am Stadtwaldsee
Ortsteil:Lehe
Telefon:(0421) 21 62 62
DLRG Funkrufname:
Adler Bremen 5 / 8
Stationsleitung:Björn Haje
Größe des Sees:28,2 ha
Max Tiefe:15 m
Charakteristik:Baggersee
Besonderheiten:Slipmöglichkeit für Surfer, ausgestattet mit dem MRB "Primus".

Rettungswache am Stadtwaldsee

01.08.2018 Mittwoch

 

Schnittverletzung am Stadtwaldsee


Am 01.08.2018, um 15.32 Uhr, wurden die anwesenden Rettungsschwimmer der Rettungsstation Stadtwaldsee telefonisch über eine Schnittverletzung am FKK-Strand informiert. Das MRB Primus, besetzt mit drei Rettern, machte sich unverzüglich auf den Weg zum Einsatzort. Vor Ort machten sich Passanten bemerkbar und führten die Rettungsschwimmer zum Patienten (52 Jahre). Der Patient zog sich durch eine im Wasser befindliche Glasscherbe zwei etwa 3-4 cm lange und ca. 1 cm tiefe, stark blutende, Schnittwunden an der Fußsohle des linken Fußes zu. Die Wunde wurde entsprechend erstversorgt. Die Glasscherbe wurde durch die Wasserretter entfernt und gesichert. Auf Wunsch des Patienten wurde zudem ein Rettungswagen nachgefordert. Dieser traf um 16.08 Uhr ein. Einsatzende war um 16.15... mehr


10.02.2018 Samstag

 

Erst ins Nass, dann ins Fass


 Sollten Passanten am Samstag, 10. Februar, im Bereich des FKK-Strandes ungewöhnliche Turbulenzen aufgefallen sein, so handelte es sich nicht um ein kritisches Klimaphänomen. Ganz im Gegenteil. Es handelte sich sicherlich um die neuerliche Leistung eines Phänomens, und das in bestem Klima. Aber der Reihe nach: Jedes Jahr im Februar, wenn andere Leute sich in Winterjacken hüllen und gegebenenfalls noch einen heißen Tee in einem warmen Zimmer genießen, ruft Knut Hansen die unerschrockensten Gestalten am Stadtwaldsee (Unisee) zusammen. Und - es finden sich immer wieder solche Menschen. In diesem Jahr fanden sich sogar 18 Abgehärtete, die ein „erfrischendes“ Bad im teilweise sogar mit einer Eisdecke überzogenen See nehmen wollten. Während andere in beschriebenen Winterjacken auf der... mehr




Historie

Im Jahre 1973 beschließt der Bremer Senat, die ehemaligen Sandentnahmestellen am heutigen Achterdieksee, Waller Feldmarksee, Bultensee und am Stadtwaldsee zu "Badeseen mit angegliederten Freizeitanlagen" umzugestalten.
Kurz darauf erfolgt der erste Spatenstich in dem damals noch weitläufigen Feld- und Wiesengelände zwischen dem Blockland, Schwachhausen, Horn und Findorff. Bereits ein Jahr später steht die neue Rettungsstation Stadtwaldsee am Wetterungsweg und kann durch Frau Bürgermeister Mevissen der DLRG zur Nutzung übergeben werden. Die Kosten für den damals ungeheuer modernen und praktischen Bau beliefen sich auf rund eine halbe Million Mark; zum Zeitpunkt der Errichtung eine riesige Summe.
Bereits kurze Zeit später konnte der erste Stationsleiter Herbert Arkenau schon eine Mannschaft freiwilliger Rettungsschwimmer begrüßen und der Bevölkerung mit dem spähenden Adler signalisieren, dass nunmehr auch an dieser Badestelle "Freie Zeit in Sicherheit" möglich ist.
Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich der Unisee (Stadtwaldsee ist die amtliche Bezeichnung) zu einem der beliebtesten Badeseen Bremens. Dies verstärkte sich noch während der Jahre, als der "alte" Werdersee nach dem Hochwasser 1981 als Badesee nicht mehr existent war.
Anteil an diesem Boom hatten zum einen die nahe gelegene Universität mit ihren angegliederten Wohnheimen sowie die Möglichkeit, auf dem 28 Hektar großen Gewässer Wassersport treiben zu können. Zum Wechsel des Jahrzehnts war der See denn auch ein Mekka für Anhänger des gerade aufkommenden Windsurfens. Regelmäßig fanden auch Optimisten-Regatten statt, deren überregionale Bedeutung sich an den Kennzeichen der abgestellten Fahrzeuge dokumentieren ließ. Das gesamte Bundesgebiet sowie das angrenzende Ausland war hier vertreten.
Die Jahre kamen und gingen und die DLRG am Stadtwaldsee hatte eigentlich immer genug zu tun. Auf Herbert Arkenau folgte Wolfgang Pfannenschmidt als neuer Stationsleiter, dieser wurde durch Jürgen Strauß "beerbt", welcher das Zepter kommissarisch an seinen Vater Hans weiter reichte. Nach diesem wurde Peer Zimmermann durch den damaligen TL WRD, Peter Mau, zum Stationsleiter vorgeschlagen und durch den Vorstand ernannt.. Nach dessen Ausscheiden nahm Wolfgang Schulmeister die Verantwortung auf sich und gab sie letztendlich an Günter Frese weiter, der bis heute die Geschicke der Station und ihrer rund 15 Mitglieder lenkt. Apropos Mitglieder: Wer kann sich bei unserer heutigen Personalsituation noch vorstellen, dass damals im Zweischicht - Betrieb Rettungswachdienst versehen wurde, damit alle Wachgänger zu "ihrem Recht" kamen. Manchmal mussten sogar RWD-willige Kameraden nach Hause geschickt werden, da zuviel (!!) Personal anwesend war. Unglaublich!
Ansonsten stellt sich die Wache Stadtwaldsee als ganz "normale" Rettungsstation im Bezirk Bremen dar: Hier ist das MRB "Primus" stationiert, das erste in Bremen eingesetzte Rettungsboot aus Aluminium. Aber auch der Vorläufer, das legendäre Holzboot "Theodor Ahrens" - von allen nur "Theo" genannt, kennen die meisten Bremer DLRG'ler noch. Außerdem verfügt die RSt. über ein Ruderrettungsboot und drei Kajaks.
Das Wachgebäude an sich hat sich als etwas deplaziert erwiesen, denn es steht weit abseits der eigentlichen Schwerpunkte des Badebetriebes, was im Notfall eine weite Anreise bedingt. Außerdem ist es nahezu unmöglich, den FKK-Badebereich von der Station aus zu überwachen.
Am See befinden sich daher je ein Wachturm am FKK-Strand und an der Grenze vom Nichtschwimmerbereich zum Textilstrand. Die Badebereiche sind durch Bojen abgegrenzt, der Nichtschwimmerbereich ist zusätzlich durch ein massives Gitter gesichert. Über die Jahre hinweg hat sich der FKK-Strand zum beliebteren der Strände entwickelt. Daraus folgt jedoch leider auch, dass hier der Einsatzschwerpunkt der DLRG liegt. An "richtigen" Sommertagen weist der Stadtwaldsee schon einmal 10 - 12.000 Besucher oder mehr auf - eine große Verantwortung, die die DLRG übernommen hat. In der Vergangenheit konnte sie dieser Verantwortung jedoch fast immer gerecht werden, was auch ihre Akzeptanz bei den Badegästen widerspiegelt. Von Suchen nach vermissten Personen bis Hunde verscheuchen, von Schnittwunden bis Fahrrad flicken wird alles an die Rettungsschwimmer herangetragen, was nicht zuletzt ein Beweis des Vertrauens in die DLRG am Unisee ist.
Vor einigen Jahren ist die Wachstation in großen Teilen saniert worden, so dass das jetzt weiße Gebäude mit den großen, roten Buchstaben weithin sichtbar ist.
Und seit nunmehr fast dreißig Jahren gilt hier noch immer, dass der spähende Adler "Freie Zeit in Sicherheit" signalisiert.